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Erfolgreiche Feuerwehrausbildung

Städteübergreifender Truppführerlehrgang in Weinstadt

17. Juli 2012: 17 Feuerwehrleute aus Weinstadt, Kernen i.R. und Waiblingen haben im Juli erfolgreich die Prüfung zum sogenannten „Truppführerlehrgang“ bestanden. In den insgesamt drei Lehrgangswochen der Truppführerausbildung standen zahlreiche Themen auf dem Ausbildungsprogramm. So gab es praktische Übungen zur Brandbekämpfung, technischer Hilfeleistung oder auch Theorieunterricht zu Rechtsgrundlagen oder Gefahrstoffen. Die Feuerwehrleute sind nun zur Führung eines sogenannten Trupps, der aus zwei Feuerwehrleuten besteht, ausgebildet.

Erfahrungsbericht eines Teilnehmers:

Alles begann am Montag den 11. Juni. An diesem sonnigen Tag standen vor dem Gerätehaus in Schnait mehrere Feuerwehrfahrzeuge. Aber nicht nur Fahrzeuge aus Weinstadt waren darunter auch aus Rommelshausen und Waiblingen. Denn wir, die Weinstädter Feuerwehrleute waren nicht allein beim sogenannten Truppführerlehrgang. Auch einige Kameraden aus unseren Nachbarstädten nahmen teil.

Der Start: Theorie

Das erste Thema an diesen Abend war „Rechtsgrundlagen“ und „Organisation der Feuerwehr“. Nachdem wir die Themen kurz angesprochen haben, wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt, die jeweils ein Thema gemeinsam erarbeiteten. Beispielsweise „Rechte und Pflichten eines Feuerwehrangehörigen“ oder die Bedeutung der vielen bunten Westen, die im Einsatz Führungskräfte bei der Feuerwehr kennzeichnen.

Am darauffolgenden Donnerstag wurde dann das Thema „Gefahren an der Einsatzstelle“ besprochen. Hierfür wurden wieder Teams gebildet die sich überlegen mussten welche Gefahren bestehen und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen um sich und andere zu schützen. Zu den Gefahren die Feuerwehrleuten in einem Einsatz begegnen können gehören zum Beispiel Atemgifte, chemische Stoffe, Verletzung, Explosion sowie Elektrizität und noch einige weitere. Um Gefahren zu erkennen, gibt es unter anderem Gefahrensymbole, die jeder Feuerwehrmann kennen muss, um im Einsatz sicher und richtig   handeln zu können. Diese waren natürlich auch Teil des Unterrichts.

Das erste Mal Praxis

Dann ging es los am Samstag das erste Mal Praxis. Morgens nahmen wir die Themen „Brennen und Löschen“ durch also: Was ist wichtig für eine Verbrennung? Welche Möglichkeiten hab ich um ein Feuer zu löschen? Außerdem auf dem Programm: „Atemschutzüberwachung“. Diese ist immer dann wichtig, wenn Trupps unter schwerem Atemschutz zu einer Einsatzstelle vorgehen. Die Trupps werden auf einer Tafel vermerkt und der Flaschendruck sowie die Uhrzeit aufgeschrieben. Der Druck wird dann regelmäßig abgefragt, um immer über die restliche Einsatzdauer des Trupps informiert zu sein.

Nach dem Mittagessen ging es in ein leer stehendes Haus in Schnait. Dort angekommen teilten wir uns in drei Gruppen. Eine Gruppe übte das Vorgehen über eine Steckleiter in das 1. Obergeschoss. Der Angriffstrupp musste mit Atemschutzgeräten anschließend in den 1. Stock einsteigen und einen leeren Schlauch hochziehen. Währenddessen übte eine andere Gruppe wie man richtig Schlauchreserven in Gebäuden verlegt und wie viel Schlauch mitgeführt werden muss beziehungsweise als Reserve bereitliegen müssen, um einen effektiven Innenangriff vornehmen zu können. In der Zwischenzeit nahm die dritte Gruppe einen Schaumangriff zu einem angenommenen Pkw-Brand vor.


Die zweite Woche:

Nach zwei Tagen "Feuerwehr-Frei" ging es am Montag gleich wieder weiter. Um 19 Uhr fuhren wir geschlossen nach Endersbach in die Kläranlage, da man dort ohne größere Probleme die richtige Vorgehensweise mit Schaum üben kann.

Am darauffolgenden Donnerstag stand Fahrzeugkunde auf dem Plan. An diesem Tag waren die Drehleiter (DLK) aus Beutelsbach, der Rüstwagen (RW) und der Gerätewagen Transport (GW-T) aus Großheppach vor Ort. An jedem Fahrzeug stand ein anderes Thema im Mittelpunkt. Beim Rüstwagen beispielsweise das Abstützen von schweren lasten und bei der Drehleiter das Retten von Personen aus Höhen und Tiefen.

Und schon war es wieder Samstag also Praxistag! Zusammen ging es nach Endersbach zum alten Mineralbad „Cabrio“. Bei strahlendem Sonnenschein ging es mit Strahlrohr und unter Atemschutz zur Brandbekämpfung in die ehemalige Herrendusche vor. Aber nicht nur unter Atemschutz kamen wir ordentlich ins Schwitzen. Weitere Ausbildungsstationen waren der Umgang mit Schere und Spreizer sowie das Thema Stützen und Sichern. Wir mussten beispielsweise einen Durchgang so abstützen das dieser nicht einstürzen kann aber Rettungskräfte gleichzeitig noch durchlaufen konnten.

Die letzte Ausbildungswoche

Lehrgangsteilnehmer üben das Retten aus Höhen und Tiefen.Auch in der letzten Ausbildungswoche stand Action auf dem Programm. Montags hieß es wieder „niedrigste Gangart und los“. Denn beim Thema „Personensuche in verrauchten Räumen“ muss man nah am Boden   suchen um überhaupt noch die Chance zu haben wenige Zentimeter weit zu sehen. Jeweils vier Trupps unter Atemschutz waren zur selben Zeit im Gebäude und suchten dieses ab. Zwei im 1. OG und zwei im Keller. Die Aufgabe hörte sich simpel an, war sie aber nicht! Denn wir mussten total blind die Räume absuchen. So konnte man sich nur auf seinen Tastsinn verlassen.

Am Donnerstag stand noch das Thema Führungsgruppe auf dem Programm. Anschließend wurden dann noch ein paar Prüfungsfragen behandelt. Denn für den Samstag stand schon die theoretische und praktische Prüfung auf dem Programm.


Prüfungstag

Feuerwehrleute üben den Innenangriff.Es ist soweit. Heute ist der große Tag. Nachdem alle 17 Teilnehmer anwesend waren, ging es direkt los mit der schriftlichen Leistungsabfrage. In dieser galt es Fragen zu beantworten wie: Welche Westenfarbe hat welche Führungskraft? Nenne die Gefahren an der Einsatzstelle. Oder wie wird eine Tür richtig geöffnet, wenn dahinter ein Feuer vermutet wird?

Kurz darauf ging es los mit der praktischen Abschlussübung: Mit drei Fahrzeugen und Blaulicht ging es zum Übungshaus. Die Aufgaben der einzelnen Fahrzeugbesatzungen waren klar verteilt: Das erste Fahrzeug hatte die Aufgabe die Wasserversorgung aufzubauen sowie einen Trupp zur Menschenrettung in das erste Geschoss über das Treppenhaus zu schicken.

Das zweite Fahrzeug musste nur am Verteiler die C-Leitung für den Angriffstrupp anschließen, dieser Trupp hatte die Aufgabe ebenfalls über das Treppenhaus in das verrauchte Gebäude zur Menschenrettung ins Dachgeschoss vorzugehen. Die Besatzung des dritten Fahrzeugs bekam die Aufgabe über eine Steckleiter eine Person von einer Dachterrasse zu retten und im Anschluss ebenfalls eine Personensuche im 1.OG vorzunehmen. Nach wenigen Minuten wurde die Person gefunden und gerettet - alles gut gelaufen.

Nachdem dann alles zusammen geräumt war, gab es dann noch ein paar Grußworte der anwesenden Kommandanten. Anschließend erhielten wir alle unsere Urkunde, denn jeder hatte die Prüfung bestanden!