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Erlebnisbericht: Atemschutzlehrgang

„Atemanschluss aufsetzen, Nackenbänder festziehen, Schläfenbänder

festziehen…“

6. Oktober 2012: Wo Rauch ist, ist auch Feuer – diese Devise kennt jeder Feuerwehrmann. Und vor Rauch müssen sich die Feuerwehrleute schützen, um Menschen retten zu können oder das Feuer direkt zu bekämpfen. Damit die Feuerwehrleute welche am oder im giftigen Brandrauch arbeiten müssen vor diesem geschützt sind gibt es Atemschutzgeräte. In Stahlflaschen tragen die Feuerwehrleute also ihre eigene saubere Luft mit sich herum. Natürlich darf dies nicht jeder, denn die Geräte erfordern eine besondere Ausbildung. Auch in diesem Jahr haben wieder einige junge Feuerwehrleute aus Weinstadt daher den sogenannten Atemschutzlehrgang in Fellbach besucht.

Bericht eines Teilnehmers des Atemschutzlehrgangs

An diesem Lehrgang nahmen neben uns drei Weinstädter auch neun Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schorndorf und ein Kamerad der Werksfeuerwehr der Firma Bauknecht in Welzheim teil. Der Lehrgang fand im Feuerwehrgerätehaus Fellbach statt, dort befindet sich auch die Atemschutzstrecke des Rems-Murr-Kreises

Allein das Atemschutzgerät wiegt 15 Kilogramm und führt damit zu einer hohen körperlichen Belastung im Atemschutzeinsatz.Am Dienstag, dem ersten Tag, begann der Lehrgang mit der Theorie, welche in den darauffolgenden Tagen angewandt wurde. Die Theorie beinhaltete unter anderem die Voraussetzungen für die Verwendung des Atemschutzgerätes, seine Funktionsweise und die der Atemorgane sowie die Gefahren vor denen das Atemschutzgerät uns Feuerwehrleute schützt.

Für die Verwendung des Atemschutzgerätes muss der Feuerwehrmann bestimmte körperliche Voraussetzungen erfüllen. Diese werden durch eine jährliche Belastungsübung auf der Atemschutzstrecke und eine regelmäßige ärztliche Untersuchung überprüft. Bei dieser wird untersucht, ob unser Körper für die hohen Anstrengungen als Atemschutzgeräteträger geeignet ist. Denn allein das Atemschutzgerät wiegt rund 15 Kilogramm. Hinzu kommen schwere Schläuche, eine Axt und weitere Ausrüstungsgegenstände, die ein Feuerwehrmann in ein brennendes Haus mitnimmt.

Die Technik

Die Freiwillige Feuerwehr Weinstadt setzt Atemschutzgeräte ein, welche mit einem minimalen Überdruck in der Maske arbeiten. Durch diesen Überdruck in der Maske können keine giftigen Brandgase in die Maske eindringen, da durch kleine Öffnungen Luft nach außen strömt und dadurch nichts in die Maske gelangen kann.

Aufgrund des in der Maske vorhandenen Überdruckes ist es sehr wichtig, dass der Atemanschluss dicht am Kopf sitzt und der Atemschutzgeräteträger gut rasiert ist, damit keine Luft aus der Maske am Rand entweicht und dadurch die Einsatzzeit des Feuerwehrmanns drastisch gesenkt wird.

Immer dasselbe Mantra

Am Mittwoch wurde das Anlegen des Atemanschlusses und von Kombinationsfiltern geübt. Am Anfang wurde nur der Atemanschluss aufgesetzt, dies geschah nach der Vorgehensweise: „Atemanschluss aufsetzen, Nackenbänder festziehen, Schläfenbänder festziehen, bei Bedarf Stirnband festziehen, Maskendichtprobe." Dies wurde gesteigert bis zur kompletten Ausrüstung. Am Anfang hatten wir bereits unsere Feuerwehreinsatzhose und unsere Feuerwehrsicherheitsschuhe an. Am Ende des Tages hatten wir unsere komplette Feuerwehrausrüstung an, welche die Sicherheitsstiefel, Einsatzhose, Einsatzjacke, Brandbekämpfungshandschuhe, Flammschutzhaube, Atemanschluss mit Filter und Helm beinhaltet. Mit dieser Ausrüstung sind wir dann um das Gerätehaus in Fellbach gegangen: Zum Schluss des Tages haben wir noch Kniebeugen gemacht, damit wir uns an das Atmen gegen einen erhöhten Widerstand gewöhnen.

Am letzten Tag des Lehrganges stand die Abschlussübung an. Diese umfasste zwei Durchgänge der Atemschutzübungsanlage. Jeder Durchgang besteht aus Ergometer fahren und Schlaghammer ziehen, durch die 50 Meter lange enge Atemschutzstrecke mit zahlreichen Hindernissen kriechen und auf dem Laufband laufen und noch einmal der Schlaghammer.

Danach hatten wir alle erfolgreich den Lehrgang bestanden. Dieser war zwar anstrengend, hat aber uns allen viel Spaß gemacht!