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Sie brennen für die Feuerwehr

Daniela Simon (35), Jan Vaihinger (18) und Tim Goll (17) erzählen, warum sie jüngst aktive Mitglieder der Feuerwehr wurden

Aus der Waiblinger Kreiszeitung von Bernd Klopfer

5. September 2015: Bei Jan Vaihinger und Tim Goll sind die Väter schuld, bei Daniela Simon die Fußball-WM sowie das Nikolausfest: Die drei Weinstädter sind seit kurzem aktive Mitglieder der Feuerwehr. Die Grundausbildung haben sie schon absolviert – doch dabei soll es nicht bleiben. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählen sie, was sie motiviert.

Alles fing mit dem gemeinsamen Fußballschauen im Strümpfelbacher Feuerwehrgerätehaus an. Damals, im Sommer 2014, als Deutschlands Nationalelf den WM-Titel holte. Daniela Simon (35) wohnte in der Kelterstraße, sprich gleich um die Ecke – und da bot es sich einfach an, mit einigen Feuerwehrleuten im Schulungsraum die Spiele anzusehen. Beim Nikolausfest kam sie wieder vorbei – und nahm ein Flugblatt der Feuerwehr mit. Zu Hause sprach sie mit ihrem Mann über ihre Idee, aktives Mitglied zu werden – und damit komplettes Neuland zu betreten. „Guck es dir doch mal an“, meinte der Gatte. Das tat Daniela Simon – und reichte am 24. Dezember beim Weißwurstfrühstück der Abteilung Strümpfelbach ihren Aufnahmeantrag ein. „Ich dachte mir, ich versuch’s: Entweder es klappt oder es klappt nicht.“ Bislang bereut Daniela Simon ihre Entscheidung keine Sekunde – und fiebert schon ihrem ersten Einsatz entgegen.

Familiär vorbelastet

Einen eher klassischen Weg zur Feuerwehr haben der Beutelsbacher Tim Goll (17) und der Schnaiter Jan Vaihinger (18) genommen, die ebenfalls wie Daniela Simon gerade ihre Grundausbildung absolviert haben. Noch vor seinem elften Geburtstag stieß Tim Goll zur Jugendfeuerwehr. „Ich bin ziemlich vorbelastet. Mein Opa war dabei, mein Vater ist dabei, mein Stiefvater ist auch dabei“, sagt der 17-Jährige und lächelt. Er fühlt sich bei der Feuerwehr gut aufgehoben, hat viele seiner Freunde dort kennengelernt. Er schätzt die Kameradschaft, dieses Gefühl, sich aufeinander verlassen zu können. „Dadurch, dass man auch mit vielen Älteren zu tun hat, bringen die einen selbst in die richtige Spur.“

Jan Vaihinger kam über seinen Vater und seine Freunde zur Feuerwehr. Er war zwar nie in der Jugendfeuerwehr, konnte aber trotzdem bereits mit 17 Jahren Mitglied der Einsatzabteilung in Schnait werden. Möglich macht es das Landesfeuerwehrgesetz: So dürfen seit 2010 bereits 17-Jährige in die Einsatzabteilung eintreten. In der Zeit können die jungen Leute auch schon ihre Grundausbildung beginnen – laut dem Weinstädter Feuerwehrsprecher Tim Maier ein klarer Vorteil im Vergleich zu früher. „Man ist dann bereits mit 18 Jahren schon voll einsatzbereit. Wir haben dadurch effektiv ein Jahr gewonnen.“

Nun warten die drei auf ihren ersten großen Einsatz. Daniela Simon ist sogar schon einmal alarmiert worden, aber da ging es bei ihr nicht: Sie war allein zu Hause und musste auf ihre kleine Tochter aufpassen. Das ist auch überhaupt kein Problem: Laut Tim Maier muss kein aktives Mitglied der Feuerwehr seine Aufsichtspflicht verletzen, um an einem Einsatz teilzunehmen. Das gilt zum Beispiel auch für den Handwerker, der in seiner Werkstatt Azubis hat und sich um diese kümmern muss. „Es ist klar, dass die Aufsichtspflicht Vorrang hat.“

Sich schulen zu lassen heißt, viel Freizeit zu investieren

Jan Vaihinger, Daniela Simon und Tim Goll stehen am Anfang ihrer Feuerwehrkarriere. Sie haben noch lange nicht genug, wollen sich weiter schulen lassen. Truppführer werden, Maschinist, eventuell auch Gruppenführer. Das bedeutet natürlich, Freizeit zu investieren – aber für ein Privatleben neben der Feuerwehr ist trotzdem noch Platz. Jan Vaihinger jammert deswegen auch nicht, wenn er am Freitagabend zur Übung muss, denn danach gibt es ja immer noch die Möglichkeit, eine Party zu besuchen. „Heutzutage geht man sowieso erst um 23 Uhr weg.“

Daniela Simons Tochter hat übrigens schon jetzt beschlossen, in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten – allerdings ein paar Jahre früher. Daniela Simon: „Die wird im Januar zehn und kann es kaum abwarten, dass sie endlich in die Jugendfeuerwehr gehen darf.“

Ein Video der Nachwuchsfeuerwehrleute gibt es unter: www.zvw.de

Sie haben die Grundausbildung schon hinter sich und wollen als aktive Mitglieder der Feuerwehr ihren Beitrag leisten (von links): Daniela Simon (35 Jahre, Abteilung Strümpfelbach), Jan Vaihinger (18 Jahre, Abteilung Schnait) und Tim Goll (17 Jahre, Abteilung Beutelsbach).
Sie haben die Grundausbildung schon hinter sich und wollen als aktive Mitglieder der Feuerwehr ihren Beitrag leisten (von links): Daniela Simon (35 Jahre, Abteilung Strümpfelbach), Jan Vaihinger (18 Jahre, Abteilung Schnait) und Tim Goll (17 Jahre, Abteilung Beutelsbach).