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Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weinstadt 2016

Mehr Arbeit mit weniger Mannschaft

11. März 2016: „Das Jahr 2015 hat für die Feuerwehr ein ordentliches Maß an Arbeit gebracht“, so das Fazit von Kommandant Stefan Schuh bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weinstadt am Freitag in der Jahnhalle. Hinter der etwas zurückhaltenden Formulierung verbergen sich aber 127 Einsätze – so viele wie nie zuvor –, 4 542 Übungen, 129 Ausbildungen und so manch zusätzliches Projekt die mit 204 Feuerwehrleuten – so wenig wie nie zuvor – geleistet wurden.

Die Einsatzübersicht der Feuerwehr 2015

28 Brände, 45 technische Hilfeleistungen, 41 Fehlalarmierungen und 13 sonstige Einsätze so die nüchterne Bilanz des bisher einsatzintensivsten Jahres der Weinstädter Feuerwehr. Acht Menschen konnten die ehrenamtlichen Helfer aus lebensbedrohlichen Situationen retten, für einige kam die schnelle Hilfe aber auch zu spät. Zugenommen haben vor allem die Türöffnungseinsätze: „Die Anonymität einer Großstadt hat teilweise inzwischen auch in Weinstadt Einzug gehalten“, erklärt Schuh. „Nachbarn wissen nicht mehr, ob ein Hausbewohner im Urlaub ist oder nicht und haben auch keinen Schlüssel. Taucht er eine Weile nicht mehr auf, wird aus Sorge dann doch der Notruf gewählt und die Feuerwehr muss zügig die Tür für Rettungsdienst und Polizei öffnen.“ Aber auch ausgelöste Heimrauchmelder in Wohnungen, die verschlossen sind, fordern die speziell ausgebildeten Feuerwehrleute der Türöffnungsgruppe. Denn in solch einem Fall muss oftmals die Tür zur Kontrolle möglichst schadensfrei geöffnet werden. Dabei kommen besonderes Werkzeug und Spezialwissen zum Einsatz statt der brachialen Gewalt einer Feuerwehraxt.

12 548 Ausbildungsstunden haben die Weinstädter Feuerwehrleute im vergangenen Jahr geleistet. Darin war alles enthalten von der Grundausbildung für Nachwuchsfeuerwehrleute bis hin zur Fortbildung über atomare, biologische und chemische Gefahren – wie sie auch in Weinstadt bei Gefahrguttransporten auftreten können. Kommandant Schuh würdigte die hohe Bereitschaft der Mannschaft, ihre Freizeit der Ausbildung zu den immer komplexer werdenden Herausforderungen zu widmen. Damit verbunden war auch ein Appell an die Verantwortlichen der Verwaltung und der Politik die Belastung für die Einsatzkräfte zu reduzieren und das Ehrenamt weiter attraktiv zu halten. Das hat schlicht und ergreifend auch wirtschaftliche Gründe für die Gemeinde, denn würde diese eine kleine Berufsfeuerwehr einrichten, um die Besatzung von nur einem Löschgruppenfahrzeug rund um die Uhr vorzuhalten, würden ca. 2,5 Millionen Euro Personalkosten im Jahr anfallen. „Aus diesem Grund müssen wir alles Erdenkbare in die Wege leiten, um unser ehrenamtliches Feuerwehrwesen in der Stadt zu stabilisieren“, sagt Schuh.

Über solche Maßnahmen machen sich derzeit mehrere Arbeitsgruppen der Feuerwehr Gedanken. Die Vorschläge werden noch in 2016 zu Papier gebracht und der Verwaltung sowie dem Gemeinderat vorgelegt. Denn nur der Dreiklang von Ausbildung, Personal und Technik kann zusammen für Sicherheit sorgen. Bei der Feuerwehrtechnik ist Weinstadt inzwischen wieder auf dem aktuellen Stand angelangt. Mehrere neue Fahrzeuge konnten planmäßig veraltete Technik ersetzen. Ein weiteres Großprojekt ist, eine zukunftsfähige Lösung für die fünf Weinstädter Feuerwehrhäuser zu finden. Ein Fachplaner prüft derzeit, den Vorschlag die Beutelsbacher und Endersbacher Abteilung an einem zentralen Standort zusammenzulegen. Die Ergebnisse werden im Anschluss dem Gemeinderat zur weiteren Entscheidung vorgelegt.

Auch Wahlen standen bei der Veranstaltung auf dem Programm. Zum stellvertretenden Kommandanten der Feuerwehr Weinstadt wurde Lutz Rühle und zum Obmann der Altersabteilungen Dieter Strobel gewählt. Zudem wurden Bernhard Huber, Benjamin Meyer und Markus Zoller von Oberbürgermeister Jürgen Oswald persönlich als neue Feuerwehrleute zum Dienst verpflichtet. Außerdem erhielten der langjährige stellvertretende Großheppacher Abteilungskommandant Michael Ellwanger und Michael Sigle ein Dankeschön für ihr jahrelanges zusätzliches Engagement. Zuletzt dankte Stefan Schuh dem Oberbürgermeister, dem Gemeinderat, der Stadtverwaltung, den übrigen Hilfsorganisationen und natürlich der ganzen Mannschaft für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr.


Von links nach rechts: Oberbürgermeister Jürgen Oswald, Obmann der Altersabteilungen Dieter Strobel, stellvertretender Kommandant Lutz Rühle und Kommandant Stefan Schuh.
Von links nach rechts: Oberbürgermeister Jürgen Oswald, Obmann der Altersabteilungen Dieter Strobel, stellvertretender Kommandant Lutz Rühle und Kommandant Stefan Schuh.