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Geburtstag einer Sondereinheit

Eine gute Idee wird 10 Jahre alt

14. Januar 2017: Seit bereits zehn Jahren gibt es bei der Feuerwehr Weinstadt eine sogenannte Führungsgruppe. Deren Mitglieder gehören nicht zur Leitung der Feuerwehr, wie man fälschlicherweise annehmen könnte, sondern unterstützen bei größeren Lagen den Einsatzleiter mit umfangreicher Kommunikations-, Informations- und Lagedarstellungstechnik bei der Koordination der Kräfte.

Ohne Koordination kein Erfolg

Um zu verdeutlichen was die Führungsgruppe bei der Feuerwehr tut, kann man sich ein Unternehmen mit mehreren Abteilungen vorstellen. Alle arbeiten gerade an einem herausfordernden Projekt. Jeder ist hochmotiviert und konzentriert bei der Sache. Die Logistikabteilung schafft in kürzester Zeit das benötigte Material heran und die Produktion arbeitet auf Hochtouren aber es gibt ein Problem: Es gibt nur eine Telefonleitung und die wird auch noch von den Mitarbeitern benutzt, damit diese sich absprechen können. Zudem hat der Firmenchef keinen Überblick, wie das Projekt eigentlich gerade läuft, da niemand ihm die aktuellen Zahlen zusammenfasst. Außerdem hat er keinen Assistenten, daher muss er sich um jede Kleinigkeit selbst kümmern.

Dieser kleine Exkurs, lässt sich sehr gut auf Feuerwehreinsätze übertragen. Was im Kleinen wie bei einem Pkw-Brand noch gut funktioniert, da sich der Einsatzleiter persönlich mit den anderen Einsatzkräften abstimmen kann, wird beispielsweise bei einem Großbrand schwierig. Da ist es nötig eine sinnvolle Kommunikationsstruktur aufzubauen, damit nicht jeder auf demselben Kanal funkt und dem Einsatzleiter eine strukturierte Übersicht zur Verfügung steht, welche Kräfte gerade was wo tun.

Eine strukturierte Lageübersicht ist ein wichtiges Werkzeug der Einsatzleitung.

Problem erkannt

Das erkannten vor mehr als zehn Jahren auch die Feuerwehrleute Dieter Keller und Jürgen Mayer — beides Fachleute wenn es um die Themen Funk- und Fernmeldetechnik und Einsatzführung geht. Daher schlugen sie der Führung der Feuerwehr vor, eine sogenannte Führungsgruppe einzurichten, die sich aus besonders ausgebildeten Feuerwehrleuten zusammensetzt, um den oben genannten Herausforderungen zu begegnen. So wurde 2006 auch ein Weinstadt eine Führungsgruppe gebildet, wie sie schon in so manch anderer Feuerwehr existierte.

Die beiden machten sich direkt ans Werk: Startschuss bildete eine Infoveranstaltung für interessierte Feuerwehrmitglieder, aus der sich neun Einsatzkräfte fanden, um bei der neu gegründeten Einheit mitzumachen. Es folgten zahlreiche Übungen und 2008 auch der Ausbau des dafür nötigen Fahrzeugs: dem Einsatzleitwagen. „Damals hatte man noch mit so manchen Schwierigkeiten zu kämpfen, denn der Einsatzleitwagen war eigentlich mehr ein Mannschaftstransportwagen, ohne die nötige Ausrüstung zur Lagedarstellung, wie Flipcharts und Co“, erklärt Dieter Keller, der heutige Leiter der Führungsgruppe.

Den ersten Einsatz für die noch junge Führungsgruppe gab es dann im November 2008 bei einem Dachstockbrand in Strümpfelbach. 2011 schließlich bekommt die Führungsgruppe ein Dach über dem Kopf. Die Persönliche Schutzausrüstung der Mitglieder wird in Endersbach zentralisiert – von dort aus starteten die Einsatzkräfte der Führungsgruppe nun auch zu den Einsätzen. 2012 folgt der neue Einsatzleitwagen, der ebenfalls in Endersbach stationiert wird. Er entspricht im Gegensatz zu seinem Vorgänger dem aktuellen Stand der Technik.

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Mehrmals im Jahr im Einsatz

Um mit der umfangreichen Technik sowie Einsatztaktik vertraut zu sein, übern die Mitglieder der Führungsgruppe mindestens einmal im Monat. Das ist auch wichtig, denn die zwölf Einsatzkräfte werden mehrmals im Jahr alarmiert. 2016 zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall oder einem Brand in der Beutelsbacher Innenstadt. So hat sich die Initiative der beiden inzwischen etabliert und trägt als ein Teil zum Einsatzerfolg bei größeren Lagen bei.

Der ELW 1 ist mit umfangreicher Kommunikations- und Lagedarstellungstechnik ausgerüstet.
Der ELW 1 ist mit umfangreicher Kommunikations- und Lagedarstellungstechnik ausgerüstet.
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