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12 Meter Höhe mit Blick auf die Weinberge

Alarmübung am Hochspannungsmast

21. Oktober 2017: Samstag 15:52 Uhr, die Fußballübertragung liegt schon in greifbarer Nähe – da meldet sich der digitale Meldeempfänger bei zahlreichen Feuerwehrleuten aus Weinstadt. Nicht unüblich, denn es piepst eigentlich immer dann, wenn man es nicht gebrauchen kann – nachts, an Geburtstagen oder eben jetzt. Also auf zum Feuerwehrhaus nach Beutelsbach, denn der Meldertext, alarmiert ist die Drehleiter unter dem Stichwort „DL zur Menschenrettung“. Am Feuerwehrhaus angekommen schallt es durch den Lautsprecher „Arbeiter hängt in Hochspannungsmast am Trimm-Dich-Pfad“, es rückt aus die Drehleiter und das Löschgruppenfahrzeug 16. Wenn man sich umschaut, dann wird schnell klar: zu wenig Leute für die beiden Fahrzeuge. Also rückt die Drehleiter schon einmal ab und gleichzeitig wird noch mehr Personal nachalarmiert.

Anfahrt

Auf der Anfahrt geht die Drehleiterbesatzung im Kopf die Optionen durch: Wie hoch hängt die Person und wie lange schon? Welcher Mast ist es, schließlich gibt es einige. Am Wanderparkplatz zum Trimm dich Pfad steht schon eine Person die offenbar den Notruf abgesetzt hat und winkt – vorbildlich! Ein Problem weniger für die Feuerwehrleute, denn ihnen blieb langwieriges Suchen erspart.  Die Führungskraft steigt aus und begibt sich zu Fuß auf Erkundung während die beiden übrigen Feuerwehrleute warten ab.

Erkundung

Der Gruppenführer erkennt in ca. 12 Metern Höhe eine Person an dem Stahlgerippe hängen – und gegenüber eine weitere mit einem Fotoapparat. Also: kein Notfall sondern eine Alarmübung. Erst mal durchatmen. Nichtsdestotrotz wird hochkonzentriert weitergearbeitet. Schnell wird klar: mit der Drehleiter kommt man nicht an den Mast ran. Alternativen? Rettung mithilfe von Seilen und dem dazugehörigen Material!

Los geht’s!

Also Auspacken und Ausrüsten. In mehreren seesackartigen Taschen sind allerlei Seile, Schlingen, Karabinerhaken und Gurte verstaut, die nun feinsäuberlich auf großen Planen verteilt werden. Denn  auch unter Zeitdruck gilt: „Ordnung muss sein“. Schließlich ist niemand geholfen wenn man zwischen einem Wirrwarr an Seilen nichtmehr das Material findet, welches benötigt wird. Inzwischen unterstützt auch die eingetroffene Mannschaft des Löschgruppenfahrzeugs die Arbeiten.

Rettung naht

Ein Feuerwehrmann steigt zu der Übungspuppe hinauf und baut auf dem Weg gleich mehrere Schlaufen mit Seilsicherung ein. Oben angekommen, spricht er die 70 kg schwere Übungspuppe an – das macht deutlich: die Feuerwehrleute nehmen die Übung sehr ernst und gehen genau so vor wie im echten Einsatz. Ein zweiter Feuerwehrmann folgt und hängt etwas oberhalb einen Flaschenzug und ein zweites Seil auf. Dann wird der Puppe eine sogenannte Rettungswindel – also ein einfach anzulegender Klettergurt – angezogen und sie mit Flaschenzug und der zweiten Sicherung nach und nach abgelassen.

Abwärts

Das Ablassen übernehmen die Feuerwehrleute am Fuß des Strommasten. Dort hat man mehrere Baumstämme als Haltepunkte genutzt und gibt langsam Seil nach, während ein Feuerwehrmann parallel zur Puppe wieder hinab steigt und diese währenddessen betreut.

Übungsende

Unten angekommen wird verkündet „Übungsende“ und die trotz der milden Temperaturen völlig nassgeschwitzten Feuerwehrleute finden sich zur Nachbesprechung zusammen. Einiges ist gut gelaufen, anderes hat Verbesserungspotenzial. Deswegen wird schließlich auch geübt. Das Fußballspiel haben sie verpasst, dafür aber eine nicht alltägliche Herausforderung im Team gemeistert.

Die Feuerwehrleute bereiten die Rettung der Übungspuppe vor.
Die Feuerwehrleute bereiten die Rettung der Übungspuppe vor.