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Umfangreiches Projekt zur Stärkung des Feuerwehr-Ehrenamts abgeschlossen

Stadtverwaltung will als gutes Beispiel vorangehen

5. April 2019: Einsätze, Übungen und Fahrzeuge – was normalerweise den Schwerpunkt bei der Feuerwehr bildet, war am vergangenen Freitag bei der Hauptversammlung in Weinstadt eher eine Randnotiz. Der Fokus bei der Veranstaltung in der Endersbacher Jahnhalle lag diesmal auf dem Thema, wie man neue Ehrenamtliche für die gute Sache gewinnt und bestehende Feuerwehrleute halten kann. Denn der Brandschutz in der 27.000-Einwohner-Stadt wird zu 99 % durch ehrenamtliche Feuerwehrleute sichergestellt.


Wie kann man also das Ehrenamt attraktiv halten und die zunehmende Last durch Einsätze und Fortbildungen verteilen? Diese Frage haben die Feuerwehrleute in den letzten drei Jahren angepackt und zwar zusätzlich zum Übungs- und Einsatzdienst. Herausgekommen ist ein 60-seitiges sogenanntes Personalentwicklungskonzept, dessen Ergebnisse nun vorgestellt wurden.

„Mehr als 20 Feuerwehrleute haben sich aktiv an der Erstellung des Konzepts beteiligt“, so Kommandant Stefan Schuh. „Es freut uns alle sehr, dass die Stadtverwaltung und der Gemeinderat unsere Vorschläge konstruktiv aufgenommen haben und wir gemeinsam zahlreichen Maßnahmen umsetzen konnten.“

Stadtmitarbeiter als Feuerwehrleute

Rund 100 Maßnahmenideen kamen zusammen, wurden bewertet und eine Auswahl davon umgesetzt sowie neues Material beschafft, zum Beispiel für die Brandschutzerziehung an Schulen. Eine wichtige Neuerung ist, dass städtische Mitarbeiter die sich in der Feuerwehr engagieren, die Regelübungen während der Arbeitszeit ableisten dürfen und so motiviert werden sollen, sich bei der Feuerwehr zu engagieren. „Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und so das zusätzliche Engagement unserer Mitarbeiter für das Gemeinwohl würdigen“, so Oberbürgermeister Michael Scharmann. Das Interesse ist da, neun Aufnahmeanträge wurden bereits gestellt.

Er hatte auch eine Überraschung für die Feuerwehrleute im Gepäck: Jede Feuerwehrfamilie erhält freien Eintritt in die Weinstädter Bäder und Bücherei. Das ist auch ein kleines Dankeschön an die Familien und Partner, die nur allzu oft und spontan auf die Feuerwehrleute verzichten müssen. „Auf diesem Wege sollen die Familien unserer aktiven Feuerwehrleute wieder etwas Familienzeit zurückbekommen.“, so Scharmann in seiner Rede. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Feuerwehrleute in Weinstadt eine Pflichtaufgabe der Stadtverwaltung wahrnehmen. Unser Personalentwicklungskonzept verbessert die Tagesverfügbarkeit und sichert das ehrenamtliche System auf lange Sicht.“

Zahlreiche weitere Projekte in 2019

Mit dem Personalentwicklungskonzept allein ist es aber nicht getan. Das macht Kommandant Stefan Schuh deutlich. Derzeit steht die Überarbeitung des Feuerwehrbedarfsplans auf der Agenda. In diesem Plan wird festgelegt, welche technische und personelle Ausstattung Weinstadt beim Brandschutz benötigt. Das Konzept wird von einer Fachfirma erstellt und in diesem Jahr dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung vorgestellt. Ebenso stehen Ersatzbeschaffungen für in die Jahre gekommene Fahrzeuge an beispielsweise für die Drehleiter. Und natürlich zahlreichen Übungen sowie aus und Fortbildungen. Denn die Feuerwehr kann einen erfreulichen Personalzuwachs verbuchen – und diesen gilt es nun zügig auszubilden.

Der Rückblick auf das vergangene Jahr zeigt: Es gibt nach wie vor viel zu tun. 124 Einsätze aufgeteilt in 46 Brände, 48 technische Hilfeleistungen, 23 Fehlalarme und 7 sonstige Einsätze mussten die  Feuerwehrleute aus Weinstadt bewältigen – über die Hälfte davon tagsüber. Dabei konnten 18 Menschenleben gerettet werden. Zusätzlich zum Einsatzdienst kamen mehr als 8500 Stunden Übungs- und mehr als 3200 Stunden Ausbildungsdienst im vergangenen Jahr zusammen.

Oberbürgermeister Michael Scharmann übergibt den Gutschein für freien Eintritt für Bücherei und Bäder an Kommandant Stefan Schuh.
Oberbürgermeister Michael Scharmann übergibt den Gutschein für freien Eintritt für Bücherei und Bäder an Kommandant Stefan Schuh.