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Video: 1202 Treppenstufen mit 25 kg Ausrüstung

Weinstädter Feuerwehrleute trainieren für etwas anderen Wettbewerb

2. Juni 2017: Es ist warm – dabei haben sie noch gar nichts getan. Philipp Joos, 29, und Simon Hahn, 23, stehen in voller Feuerwehrmontur mit jeweils einer knallgelben Druckluftflasche auf dem Rücken vor dem 217 m hohen Turm in Stuttgart und warten auf das Startsignal. Zusammen mit 13 weiteren Feuerwehrleuten trainieren sie heute für den Frankfurt Sky Run, bei dem es 1.202 Treppenstufen zu bewältigen gilt.


Quelle: Zeitungsverlag Waiblingen

Es geht los – und die beiden bewegen sich zügig mit 25 Kilogramm Ausrüstung durch das enge Treppenhaus im Inneren des Fernsehturms, neben ihnen rauscht der Aufzug in die Höhe. Während dieser nur wenige Sekunden braucht, laufen die Feuerwehrleute ca. 15 Minuten. „Nach der Hälfte muss man sich durchbeißen“, so Simon Hahn. „Wir haben zwar monatelang für die Herausforderung trainiert, aber man muss immer wieder gegen den inneren Schweinehund ankämpfen“, ergänzt Philipp Joos.

Zwei Mal in der Woche wird zusätzlich zu den üblichen Übungen und Einsätzen trainiert und zwar im Hochhaus „schwarzer Peter“. Da dieser bei weitem nicht an den Frankfurter Messeturm heranreicht, in dem das Rennen später stattfindet, müssen die Feuerwehrleute immer wieder mit dem Aufzug nach unten fahren um auf die über 1000 Stufen zu kommen.

Inzwischen trennen nur noch wenige Meter die Feuerwehrleute von der Tür zur Aussichtsplattform. Durch die Scheiben der Atemmasken erkennt man gerötete Gesichter, unter der dreilagigen Schutzausrüstung die normalerweise vor Flammen schützt, ist es nun nichtmehr nur warm sondern feucht-heiß. „Es geht darum gemeinsam anzukommen - im Team eben, so wie im Einsatz und bei Übungen auch. Man passt aufeinander auf, dass es alle schaffen“, so die beiden einstimmig. Inzwischen sind alle oben angekommen. Nun heißt es: Jacke aufmachen, Helm abziehen, Gerät ablegen und trinken, trinken, trinken. Erst dann kommen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte dazu die Aussicht zu genießen und einige Touristen die ebenfalls auf der Besucherplattform stehen zu beruhigen: „Nein es ist nichts passiert, wir trainieren nur.“ Die Blicke der Besucher sind einerseits irritiert andererseits aber auch anerkennend.

„Auf die etwas verrückte Idee sind wir nach einer Übung gekommen, als wir ein Video des letztjährigen Sky Runs gesehen haben“, erklärt Simon Hahn der inzwischen wieder am Boden angekommen ist und im Feuerwehrhaus Endersbach die leergeatmete Falsche seines Atemschutzgeräts tauscht. „Ob wir im nächsten Jahr nochmal mitmachen wissen wir noch nicht – vielleicht kommen wir ja noch auf eine neue verrückte Aktion.“

Vier Teilnehmer des Sky Runs vor dem "Schwarzen Peter" in dem regelmäßig trainiert wurde.
Vier Teilnehmer des Sky Runs vor dem "Schwarzen Peter" in dem regelmäßig trainiert wurde.
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